Böses Erwachen am Tag danach

20 03 2011

Wir hatten eine unruhige Nacht in Paraguay. Der intensive Vortag (siehe Blogeintrag „Unvergessliche Stunden in Paraguay“) hat unsere Bäuche wohl etwas überfordert. Jan verzichtete sogar auf das herrliche Frühstück mit Spiegelei, Honig und Schweizer Käse. Das war ja wohl ein schlechtes Zeichen. Am Mittag hiess es dann Abschied nehmen von Paraguay. Stephan hatte für uns einen Transfer mit der Autofähre von Paraguay über den Fluss direkt nach Puerto Iguazu organisiert. Wir wurden direkt am Flughafen abgeladen um via Buenos Aires nach Mendoza zu fliegen. Das war ein echter VIP-Service!

Jan war inzwischen zu schwach um in der Check-In Schlange anzustehen und wartete auf einem Bänkli bis wir an der Reihe waren. Doch nun wurde es erst richtig anstrengend: Wir hatten unsere Tickets übers Internet gekauft und dafür auch eine Bestätigung erhalten. Die Dame am Check-in erklärte uns aber nun, dass unsere Tickets nur für Einheimische gelten würden und wir als Ausländer eine andere Tarifklasse zu buchen hätten. Dumm nur, dass uns LAN bei der Buchung nicht darauf aufmerksam gemacht hatte. Nennt man das nicht Diskriminierung? Jedenfalls kennen wir keine andere Fluggesellschaft, die eine Preisdifferenzierung nach Nationalitäten vornimmt. Wir haben immer gemeint, dass www für „World Wide Web“ steht und von jedermann auf der ganzen Welt benutzt werden kann.

Die Dame bleibt stur und bietet uns die Möglichkeit für einen saftigen Aufpreis heute nach Buenos Aires zu fliegen. Der Flug von dort nach Mendoza ist jedoch überbucht und wir würden in Buenos Aires stranden. Am nächsten Tag würden wir nochmals sehr viel bezahlen müssen, um weiter nach Mendoza fliegen zu können. Nach langem Hin und Her, unterdessen ist unser Flugzeug schon längst abgehoben, bietet uns die Check-in Dame dann an, am nächsten Tag für den Aufpreis von gut CHF 200 die ganze Strecke zu fliegen. Zuerst haben wir uns gegen dieses Angebot entschieden und sind zurück in die Stadt gefahren, um die Kapazitäten der Busse abzuklären. Uns wurde aber bald bewusst, dass die Reise nach Mendoza über 30 Stunden dauern würde. So entschieden wir uns für den Flug am nächsten Tag zum „Ausländertarif“. Nur konnten wir diese Umbuchung nicht in der Stadt vornehmen und mussten wieder zum Flughafen. Wir fanden einen Taxifahrer, der uns unsere Verzweiflung wohl ansah und uns zu einem Spezialtarif zum Flughafen und zurück fuhr. Im Preis inbegriffen war auch die 40 minütige Wartezeit, die die Check-in Damen (ja, es brauchte dafür 2 Leute!) für die Umbuchung benötigten.

Um 19 Uhr waren wir zurück in Puerto Iguazu und froh, ein Doppelzimmer gefunden zu haben. Jan, der den ganzen Tag keine Nahrung zu sich nehmen konnte, fiel fiebrig ins Bett und schlief sofort ein.

 



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