Einfaches Reisen in Chile

27 01 2011

Wir kommen flott voran in Chile. Das Reisen in diesem Land ist einfach, denn sie haben hier ein sehr gutes Busnetz. Wir gehen einfach an den Bus Terminal, suchen uns einen Anbieter der an den von uns gewünschten Ort fährt, lösen die Fahrkarte und los gehts. Die Busse fahren sehr regelmässig und wir warteten bisher nie länger als 1 Std. auf die nächste Verbindung. Sie sind ausserdem sehr pünktlich (das ist jetzt kein Witz!). Die Busse sind sehr modern, klimatisiert und  und man wählt zwischen normalem Sitz (hat immer noch genug Beinfreiheit für Jan!), Halb-Bett-Sitz oder Ganz-Bett-Sitz.  Da wir genug Zeit haben, um in den Süden zu reisen, legen wir nicht allzu lange Distanzen am Stück zurück.

Von Santiago sind wir zuerst nach Curico im Valle Central gefahren. Das Valle Central liegt südlich von Santiago und ist ein Landwirtschaftgebiet, wo Wein, Obst und Getreide produziert werden. Die Stadt Curico weist sehr viele Erdbebenschäden auf und ist wie alle Städte entlang der Panamericana kein Highlight. Dennoch trugen wir unsere Rucksäcke fast eine Stunde durchs Städtchen, bis wir in einem Hotel ein Zimmer fanden. Wir haben von Curico aus einen Ausflug zu ein paar Wasserfällen gemacht, wo wir total 5 Stunden Bus gefahren sind um dann in 20 Min. vom Parkeingang zu den Wasserfällen und zurück zu marschieren. Dumm nur, dass der erste Bus zurück erst in 4 Stunden fuhr…na ja, man kann nicht immer Glück haben. Der Tag war im wahrsten Sinn des Wortes verschissen, haben wir doch dem Receptionist geglaubt und unsere Wasserflaschen für die Tagestour im Hotel aufgefüllt. Leider produzierte das Leitungswasser bei uns Durchfall und wir mussten ein paar Mal in den Wald…

Von Curico fuhren wir nach Vilches Alto, ein abgelegenes Dorf, das nur über eine Schotterpiste erreichbar ist und in den Anden liegt. Hier fanden wir ein günstiges Refugio zum übernachten. Das Holzhaus erinnerte uns an eine Skihütte. Im angrenzenden Nationalpark machten wir am darauf folgenden Tag unser erstes Andentrekking. Wir waren 9 Stunden unterwegs und genossen wunderschöne Aussichten auf Vulkane und Bergseen und haben dabei etliche Höhenmeter zurück gelegt. Auch der König der Anden, der Condor, machte uns seine Aufwartung und kreiste majestätisch über unseren Köpfen!

Nun sind wir in Pucon, der Adventure-Stadt von Chile. Hier kommen die meisten Touristen hin um den 2800 m hohen Vulkan Villarrica zu besteigen. Man kann aber auch Riverrafting, Horsetrekking, Fallschirmspringen, etc. buchen. Wir wollten eigentlich den Vulkan besteigen, aber eine Tour ist sehr teuer und da jetzt Hochsaison ist, sind pro Tag rund 300 Personen am Berg. Richtige Massenabfertigung, die wir nicht brauchen…Im Preis inbegriffen ist auch die Ausrüstung. Es ist ja eigentlich eine Wanderung auf den Vulkan, aber die sehen ja aus wie Extrembergsteiger mit ihren dicken Jacken und Hosen. Wir beschränken uns also aufs Wandern und die Aussicht auf die Vulkane…

Und dann ist noch das Wetter in Chile zu erwähnen: Seit wir hier sind, haben wir nur Sonne und blauen Himmel gesehen. Es ist angenehm warm, zw. 25 und 30° C. So macht das Reisen wirklich Spass!

Die Erdbebenschäden in Curico sind noch überall sichtbar

Die Erdbebenschäden in Curico sind noch überall sichtbar

Die Wasserfälle Siete Tazas haben wir in 20 Min. gesehen. Die 5 Stunden im Bus waren doch etwas lang für diese Sehenswürdigkeit. Leider gabs keine weiteren Wanderwege im Park...

Die Wasserfälle Siete Tazas haben wir in 20 Min. gesehen. Die 5 Stunden im Bus waren doch etwas lang für diese Sehenswürdigkeit. Leider gabs keine weiteren Wanderwege im Park...

Unsere "Skihütte" in Vilches Alto. Das Dorf bestand nur aus ein paar Hütten, einem kleinen Laden und einer staubigen Strasse. Aber es war sehr friedlich und ruhig hier.

Unsere "Skihütte" in Vilches Alto. Das Dorf bestand nur aus ein paar Hütten, einem kleinen Laden und einer staubigen Strasse. Aber es war sehr friedlich und ruhig hier.

Fast wie in der Emme im Kemmeriboden gab es auch in Vilches Alto natürliche Pools. Das Wasser war aber extrem kalt, brrr...

Fast wie in der Emme im Kemmeriboden gab es auch in Vilches Alto natürliche Pools. Das Wasser war aber extrem kalt, brrr...

Eine 9-stündige Rundwanderung in den Anden mit Aussicht auf den Vulkan Descabezado

Eine 9-stündige Rundwanderung in den Anden mit Aussicht auf den Vulkan Descabezado

Auf dem 9-stündigen Andentrekking marschierten wir oft durch sehr karge Landschaft. Doch ab und zu behaupteten sich farbige Pflanzen in der Steinwüste.

Auf dem 9-stündigen Andentrekking marschierten wir oft durch sehr karge Landschaft. Doch ab und zu behaupteten sich farbige Pflanzen in der Steinwüste.

Den König der Anden sahen wir bereits auf unserer 1. Wanderung

Den König der Anden sahen wir bereits auf unserer 1. Wanderung



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