Wir lassen Südamerika hinter uns

4 04 2011

Es waren 2.5 erlebnisreiche Monate, die wir in Südamerika verbracht hatten. Wir haben spektakuläre Landschaften gesehen, spannende Menschen getroffen und den entschleunigten Lebensstil der Chilenen und Argentinier so richtig in uns aufgesogen.

Nun ist es aber Zeit „Adios“ zu sagen. Unsere letzten 2 Tage haben wir in Valparaiso in Chile verbracht. Heute haben wir uns in Santiago dann mit unseren Kollegen Brendan und Mercedes zum Mittagessen getroffen. Wir durften schon in Wellington bei ihnen übernachten und nun leben sie für 4 Monate in Santiago.

Müssen los, das Taxi zum Flughafen wartet schon…hasta luego en Costa Rica!



Magische Wüstentage

25 03 2011

Wir haben 3 Tage in San Pedro de Atacama, im Norden von Chile verbracht. Das kleine Wüstendorf San Pedro ist in der Nebensaison ein ziemlich verschlafenes Nest und wir haben uns richtig gefreut, wieder Mal für mehrere Tage im gleichen Bett (mit einer sehr guten Matratze!) schlafen zu können.

San Pedro liegt auf 2400 m.ü.M und ist Ausgangspunkt für den Besuch der Atacama Wüste. Diese gilt als der trockenste Ort der Welt. Es fällt durchschnittlich 5 mm Regen pro Jahr, an einigen Orten regnet es gar nie. Dieses Jahr bildet eine Ausnahme, denn im Februar hat es an 2 Tagen 20 mm Regen gegeben.  Die Atacama Wüste liegt zwischen den bis 6000 m hohen Anden und einem weiteren Gebirge. Innerhalb der Atacama Wüste befindet sich ebenfalls die 3. grösste Salzwüste der Welt, die Salar de Atacama. Sie besteht aus porösem Salzgestein und beinhaltet Lagunen, wo wir Flamingos beobachten konnten.

Eine unserer 4 Wüstentouren führte uns bis auf 4300 m.ü.M zu wunderschönen Bergseen auf einer Hochebene, dem sogenannten Altiplano.

Tagsüber wirds im Moment wohl so gegen 30 Grad warm, während die Nacht sehr kühl ist. Hier benötigen sie aber weder  Heizung noch Klimaanlage, denn die Steinhäuser regulieren die Innentemperatur bestens. In der Nacht funkeln Millionen von Sternen vom pechschwarzen Himmel, denn die Lichtverschmutzung äusserst gering ist.

Die Landschaft des Valle de la Luna ist extrem trocken und gleicht jener auf dem Mond

Die Landschaft des Valle de la Luna ist extrem trocken und gleicht jener auf dem Mond

In der Atacama Salzwüste konnten wir am frühen Morgen Flamingos beobachten

In der Atacama Salzwüste konnten wir am frühen Morgen Flamingos beobachten

Die Altiplano Lagunen liegen auf 4300 m.ü.M, aber die umliegenden Berge reichen bis 6000 m.ü.M!

Die Altiplano Lagunen liegen auf 4300 m.ü.M, aber die umliegenden Berge reichen bis 6000 m.ü.M!

 

Das Tal der Geysire liegt auf 4300 m.ü.M. Wir sind um 4 Uhr in der Früh warm eingepackt los, um die Rauchsäulen bei Sonnenaufgang zu Gesicht zu bekommen.

Das Tal der Geysire liegt auf 4300 m.ü.M. Wir sind um 4 Uhr in der Früh warm eingepackt los, um die Rauchsäulen bei Sonnenaufgang zu Gesicht zu bekommen.

Mitten in der Wüste gibts Salzwasserpools. Die Salzkonzentration ist enorm hoch, so dass man nicht untergehen kann. Der Auftrieb ist noch viel stärker als im Neoprenanzug.

Mitten in der Wüste gibts Salzwasserpools. Die Salzkonzentration ist enorm hoch, so dass man nicht untergehen kann. Der Auftrieb ist noch viel stärker als im Neoprenanzug.

Jan trägt Gisela auf einer Hand über die Salzfläche

Jan trägt Gisela auf einer Hand über die Salzfläche

Es handelt sich hier nicht um Schnee, sondern um eine Salzfläche. Den Schnee gibts in den Anden erst ab einer Höhe von 5000 m!

Es handelt sich hier nicht um Schnee, sondern um eine Salzfläche. Den Schnee gibts in den Anden erst ab einer Höhe von 5000 m!



Feuerland in Sicht

25 02 2011

Wir sind am südlichsten Punkt unserer Weltreise angekommen, in Punta Arenas (Chile) in Patagonien. Bis zur Antarktis ist es nicht mehr weit und von Tierra del Fuego (Feuerland) sind wir nur noch durch die Magellan-Strasse, die einzige Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik, getrennt. Dank des schönen Sommerwetters können wir bis nach Feuerland sehen. Wir haben uns aber entschieden, nicht nach Feuerland zu reisen und stattdessen mehr Zeit mit Eva und Freunden in Uruguay zu verbringen. Deshalb gehts am 25.2. mit dem Bus nach Rio Gallegos (ARG), von wo wir am 26.2. nach Buenos Aires fliegen. Nach ein paar Tagen in der Welthauptstadt des Tangos nehmen wir dann Kurs auf Uruguay.

Nur noch die Magellan-Strasse liegt zwischen Punta Arenas und Tierra del Fuego

Nur noch die Magellan-Strasse liegt zwischen Punta Arenas und Tierra del Fuego

In Punta Arenas gibt es ein paar historische Gebäude, u.a. die Kirche

In Punta Arenas gibt es ein paar historische Gebäude, u.a. die Kirche

Einige Gräber auf dem Friedhof von Punta Arenas gleichen kleinen Kirchen. Auffällig sind die vielen jugoslawischen Nachnamen, was auf die Einwanderer aus Kroatien hindeutet

Einige Gräber auf dem Friedhof von Punta Arenas gleichen kleinen Kirchen. Auffällig sind die vielen jugoslawischen Nachnamen, was auf die Einwanderer aus Kroatien hindeutet

Auf Isla Magdalena brüten jeden Sommer 65'000 Paare Magellanpinguine

Auf Isla Magdalena brüten jeden Sommer 65'000 Paare Magellanpinguine



Torres del Paine

24 02 2011

Man sagt, zu jeder richtigen Weltreise gehöre ein mehrtägiges Trekking. Wir haben dafür den Torres del Paine Nationalpark in Chile ausgewählt. In Puerto Natales konnten wir die Ausrüstung (Zelt, Schlafsack, Kocher etc.) mieten und unsere nicht benötigen Sachen aus dem Rucksack deponieren.

Wir hatten grosses Glück mit dem Wetter und konnten am ersten Tag bei stahlblauem Himmel loswandern. Am Abend stellten wir unser Zelt auf und mussten leider feststellen, dass das Innenzelt nicht zum Aussenzelt passte oder umgekehrt. Zudem war das Zelt nicht wie versprochen 2 Meter lang, sondern höchstens 1,8 m…Wir stellten uns auf eine Nacht mit wenig Schlaf ein. Doch wir waren so müde von der Sonne und dem Wandern mit dem schweren Rucksack, dass wir recht gut schlafen konnten.

Am zweiten Tag wanderten wir wiederum bei schönem Wetter rund sechs Stunden zum nächsten Campingplatz. In dieser Nacht weckte uns der Nieselregen auf…wir befürchteten schon, nass zu werden, doch der Regen wurde zum Glück nicht stärker. Um 5.00 Uhr war Tagwache und wir stiegen bei Dunkelheit den steilen Pfad zum Aussichtspunkt auf die Torres del Paine  hoch, um den Sonnenaufgang zu sehen. Leider war es bewölkt, und wir sahen die Sonne nur kurz. Doch es reichte aus, um die Berge in magisches Rot zu färben. Nach einem üppigen Frühstück nahmen wir die letzte, kurze Etappe unter die Füsse und wanderten zurück zum Basislager. Kaum dort angekommen, fing es richtig an zu regnen und wir waren froh, an diesem Abend wieder unter einem Dach schlafen zu können.

Es war eine schöne Erfahrung, drei Tage in der Natur zu verbringen. Vor allem, weil sie sich von ihrer schönsten Seite gezeigt hat, wie ihr auf unseren Fotos sehen könnt.

Im Torres del Paine Nationalpark zeigte sich die Natur von ihrer schönsten Seite

Im Torres del Paine Nationalpark zeigte sich die Natur von ihrer schönsten Seite

Der Sonnenaufgang war kurz, aber intensiv. Bald verschwand die Sonne wieder hinter den Wolken

Der Sonnenaufgang war kurz, aber intensiv. Bald verschwand die Sonne wieder hinter den Wolken

3 Tage waren wir schwer beladen unterwegs

3 Tage waren wir schwer beladen unterwegs

Es war kühl am frühen Morgen, doch wir wurden mit klarer Sicht auf die Torres del Paine belohnt

Es war kühl am frühen Morgen, doch wir wurden mit klarer Sicht auf die Torres del Paine belohnt



Informationsbeschaffung in Chile

11 02 2011

Seit Tagen strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel und wir schwitzen bei über 30°C. Eigentlich haben wir gemeint, je südlicher wir reisen, desto kälter würde es…

Hier im Süden ist das Vorwärtskommen schwieriger als noch weiter oben. Es fahren weniger Busse und wir benötigen viel Zeit für die Planung unserer Weiterreise. Erschwerend kommt dazu, dass die Chilenen nicht sehr verlässliche Auskunftspersonen sind. Das bedeutet, dass wir immer an verschiedenen Stellen vorbei schauen müssen, um einigermassen zu den gewünschten Infos zu kommen. Auch das Internet hilft nicht viel, denn oft existieren keine Webseiten oder sie sind veraltet oder verfügen nicht über genügend Infos.

 Heute nehmen wir nun den Bus und dann eine Fähre um nach Chile Chico zu gelangen, das unmittelbar an der Grenze zu Argentinien liegt.  Wir konnten den Bus und die Fähre aber nicht im gleichen Büro buchen, sondern mussten 2 Orte aufsuchen…Morgen gehts dann über die Grenze nach Argentinien, wobei wir hier in Chile keine Infos zu den Transportmöglichkeiten in Argentinien erhalten.

Also ihr seht, reisen ist nicht immer nur Zuckerschlecken.



Eindrückliche Naturgewalten

8 02 2011

Am 6.2. verabschiedeten wir uns von Ana und Leo und nahmen die Fähre von Chiloé nach Chaitén auf dem Festland. Die Fähre legte um 9 Uhr ab, doch als wir ein paar Tage früher die Tickets kauften, wurden wir gebeten schon um 7 Uhr fürs Check-in dort zu sein. Als wir dann am Reisetag um 7.45 Uhr aufkreuzten, waren ausser ein paar Autos und ein paar Hafenarbeitern noch niemand dort. Auch die Fähre noch nicht…Hätte also auch gereicht, wenn wir um 8.45 Uhr gekommen wären. Auf der Überfahrt hatten wir dank des Prachtwetters herrliche Sicht auf die teils schneebedeckten Anden auf dem Festland. Obwohl das Meer recht ruhig war, rüttelte es teilweise stark und wir hatten ein paar Mal ein flaues Gefühl im Magen.

Nach 8 Stunden erreichten wir Chaitén, ein Örtchen, das 2008 durch einen mehrwöchigen Vulkanausbruch zerstört wurde. Wir kamen uns vor wie in einer Geisterstadt: die Strassen voller Schlaglöcher und Vulkanasche, viele Häuser verlassen und zerfallen, die Menschen desillusioniert und deprimiert. Die chilenische Regierung möchte den Ort eigentlich nicht wieder aufbauen, doch ein paar Bewohner wollen offenbar nicht weg. Strom, warmes Wasser und Telefon ist hier keine Selbstverständlichkeit. In dieser Einöde finden wir aber eine schöne Hospedaje, wo wir vom Besitzer persönlich empfangen werden. Das Haus ist in gutem Zustand, wohl wieder aufgebaut, die Zimmer sind sauber und geräumig. Es gibt warmes Wasser zum duschen und sobald es dunkel wird, produziert ein Generator Strom.

Der schlechte Zustand des Ortes schlägt auf unsere Stimmung. Wir wollen am nächsten Tag möglichst schnell weiter Richtung Süden, doch das ist schneller gesagt als getan. Nun sind wir tief in Patagonien angekommen. Hier scheint das Reisen nicht mehr ganz so unkompliziert und schnell zu gehen, wie noch weiter nördlich. Der Bus sollte um 10 Uhr früh fahren, es kann aber irgendwann zwischen 9.30 und Mittags sein, wird uns beschieden. So warten wir am 7.2. ab 9.15 Uhr am Strassenrand gemeinsam mit ein paar anderen Backpacker auf den Bus. Er kommt 3 Std. später um 12.15 Uhr. Das Warten macht uns in der Zwischenzeit nichts mehr aus, es gehört in Südamerika einfach dazu… Nun sind wir auf der Carretera Austral unterwegs, eine Schotterpiste, die von Chaitén noch 1000 km in den Süden führt. Der Bus benötigt fast 4 Std. für 150 km. Danach sind wir in La Junta. Von hier wollen wir eigentlich noch heute Nachmittag weiter, aber es gibt keinen Bus mehr. Dieser fährt dann morgen um 5.30 Uhr… 

Die Anden ragen aus dem Meer

Die Anden ragen aus dem Meer

Ob das Matterhorn vom Wallis nach Chile transferiert wurde?

Ob das Matterhorn vom Wallis nach Chile transferiert wurde?

Dieser harmlos aussehende Vulkan verwüstete 2008 Chaitén
Dieser harmlos aussehende Vulkan verwüstete 2008 Chaitén
Zona 0: Cero Luz, Cero agua, Cero apoyo. Kein Licht, kein Wasser, keine Unterstützung...

Zona 0: Cero Luz, Cero agua, Cero apoyo. Kein Licht, kein Wasser, keine Unterstützung...

Nicht jede Polizeiwache kann so schön sein wie diejenigen in Langnau und Gstaad. In Chaitén hausen sie in einem Anhänger.

Nicht jede Polizeiwache kann so schön sein wie diejenigen in Langnau und Gstaad. In Chaitén hausen sie in einem Anhänger.

Viele Häuser in Chaitén sind in schlechtem Zustand und verlassen

Viele Häuser in Chaitén sind in schlechtem Zustand und verlassen



Chilote Gastfreundschaft

8 02 2011

Auf Chiloé durften wir 4 Tage lang die Gastfreundschaft von Ana und Leo geniessen. Wir haben sie übers Couch Surfing gefunden, wo Leute auf der ganzen Welt ihre Couch als Schlafgelegenheit anbieten. Ana spricht nur Spanisch und ist ein echter Couch Surfing Fan. Zur gleichen Zeit wie wir dort waren, waren ebenfalls noch 3 andere Reisende dort (Sergi aus Spanien, Kim aus Neuseeland und Florian aus Österreich). Wir erhielten aber ein Zimmer mit Doppelbett, oh yeah!

Tagsüber, wenn Leo und Ana arbeiteten, haben wir unsere eigenen Ausflüge gemacht und am Abend immer zusammen gegessen. Wir wurden richtig verwöhnt mit Meeresfrüchten, Lachs, Asado (Grillfleisch) und natürlich chilenischem Wein. Die geselligen Runden waren sehr unterhaltsam, lustig und verbesserten natürlich auch unser Spanisch.  Es war schon eindrücklich, mit welcher Herzlichkeit und Offenheit wir bei Ana und Leo aufgenommen wurden. Wir hatten das Gefühl, dass wir sie schon lange kennen würden. Zu Gisela’s Geburtstag hat Jan eine Torte gekauft und die Familie hat ein wunderbares Festessen zubereitet mit Muscheln, Lachscarpaccio, Lachs aus dem Ofen, diversen Salaten und Kartoffeln. Das Happy-Birthday-Ständchen gabs enthusiastisch in spanischer Sprache vorgetragen…;-)

In Chiloé wurden wir in die Kunst des Grillierens eingeführt. Ein Asado wird zelebriert. Bis die riesigen Fleischstücke gar sind, dauert es gut 2 Stunden. Während dieser Zeit versammelt sich die ganze Familie um den Grill, trinkt Wein und unterhält sich.

In Chiloé wurden wir in die Kunst des Grillierens eingeführt. Ein Asado wird zelebriert. Bis die riesigen Fleischstücke gar sind, dauert es gut 2 Stunden. Während dieser Zeit versammelt sich die ganze Familie um den Grill, trinkt Wein und unterhält sich.

Feliz Cumpleaño, Gisela: An Giselas Geburtstag ist der Tisch noch reicher gedeckt als sonst schon...Salud!

Feliz Cumpleaño, Gisela: An Giselas Geburtstag ist der Tisch noch reicher gedeckt als sonst schon...Salud!

Nach den vielen Köstlichkeiten gibts noch die Geburtstagstorte zum Dessert

Nach den vielen Köstlichkeiten gibts noch die Geburtstagstorte zum Dessert



200 Kartoffelsorten auf Chiloé

4 02 2011

Wir sind seit Montag auf der 2. grössten Insel Südamerikas, auf Chiloé. Hier läuft das Leben noch gemütlicher ab als auf dem Festland und das Wetter präsentiert sich wechselhaft wie Aprilwetter. Ja, es wird kühler, je weiter in den Süden wir reisen…

Chiloé ist berühmt für die vielen kleinen Holzkirchen und die vielen Sagen und Mythen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und an die die Menschen hier noch fest glauben. Chiloé besteht aus einer Hauptinsel und vielen kleinen Inselchen, die oft sehr abgelegen sind. Die Leute leben v.a. von der Landwirtschaft und der Muschel- und Lachszucht. In Chiloé gibt es über 200 Kartoffelsorten! Spezialitäten aus Chiloé sind Curanto (gekochte Meeresfrüchte) und Asado (am Spiess grilliertes Fleisch), alles natürlich serviert mit Kartoffeln.

Zum 1. Mal auf unserer Reise wohnen wir bei einer einheimischen Familie, die wir über Couch-Surfing (eine Webseite, wo Leute aus der ganzen Welt ihr Sofa kostenlos als Übernachtungsgelegenheit zur Verfügung stellen) gefunden haben. Ana Maria und ihr Mann Leo sind wunderbare Gastgeber und uns tut es gut, uns auf Spanisch verständigen zu müssen. Wir haben sogar ein Zimmer mit Doppelbett und müssen nicht auf dem Sofa nächtigen!

Am Sonntag, 6.2. nehmen wir die Fähre nach Chaitén, auf dem Festland und setzen unsere Reise entlang der Careterra Austral Richtung Süden fort.

Die Holzkirche in Ancud ist nur eine der vielen Holzkirchen, welche auf ganz Chiloé verteilt sind

Die Holzkirche in Ancud ist nur eine der vielen Holzkirchen, welche auf ganz Chiloé verteilt sind

Wir probieren einheimische Spezialitäten: Curanto (Meeresfrüchte-Eintopf) und Mariscal (rohe Meeresfrüchte)

Wir probieren einheimische Spezialitäten: Curanto (Meeresfrüchte-Eintopf) und Mariscal (rohe Meeresfrüchte)

Die Landschaft in Chiloé gleicht derjenigen auf der Südinsel von Neuseeland

Die Landschaft in Chiloé gleicht derjenigen auf der Südinsel von Neuseeland

Die Pinguinkolonie in der Nähe von Ancud ist einzigartig in Chile, da am gleichen Ort Magellan- und Humboldtpinguine brüten

Die Pinguinkolonie in der Nähe von Ancud ist einzigartig in Chile, da am gleichen Ort Magellan- und Humboldtpinguine brüten

In Castro, dem Hauptort von Chiloé, stehen viele Palafitos (Stelzenhäuser)

In Castro, dem Hauptort von Chiloé, stehen viele Palafitos (Stelzenhäuser)



Schwizer Zmorge in Pucon

29 01 2011

Wir haben nun 3 Nächte in Pucon verbracht. Per Zufall fanden wir eine Herberge, die von einer Schweizerin geführt wird. Obwohl in Pucon Hochsaison herrscht und viele chilenische Touristen hier sind, hat es in unserer Unterkunft wenig Gäste. Mag vielleicht daran liegen, dass sie 10 Min. ausserhalb des Dorfzentrums liegt, also fernab des Rummels (was uns natürlich nur recht ist). Für uns bedeutet das, dass wir das ganze Haus inkl. Aufenthaltsraum und Küche nun 3 Tage fast für uns alleine hatten. Christine, unsere Gastgeberin, hat sich rührend um uns gekümmert. Sie hat uns Ausflugstipps gegeben und sogar ein Treffen mit einer Kollegin organisiert, die eine Mapuche-Indianerin ist. So haben wir auch Einblick in die Kultur der Urbevölkerung erhalten, was sehr spannend war. Wie überall auf der Welt, kämpfen die Ureinwohner aber wohl einen Kampf, der auf längere Sicht nicht zu gewinnen ist, was traurig stimmt.

Zum Frühstück gabs selber gemachtes Brot, Konfi, Honig, Käse und ein Müesli, das den Namen Müesli auch verdient, mit frischen Früchten. Wir genossen das sehr, obwohl das Brot hier in Chile schon viel besser ist als das Toastbrot in Neuseeland und Australien.

Nachdem wir im letzten Blog über das herrliche Wetter in Chile geschrieben hatten, war es natürlich am nächsten Tag bewölkt und kühl. Ein idealer Tag um die heissen Thermalquellen zu besuchen, die es in Chile dank der vulkanischen Aktivitäten überall gibt. Heute war dann wieder strahlend schön und wir konnten die von Christine empfohlene Wanderung machen. Es ging 8 km teilweise steil durch wunderschönen Wald mit einheimischen Bäumen den Berg hoch zu einem Aussichtspunkt. Oben angekommen wurden wir mit einer unbeschreiblich schönen Aussicht auf 4 Vulkane belohnt. Es war echt magisch dort und die Stille einfach herrlich. Auf der ganzen Wanderung, die rund 5 Std. dauerte, sind wir nur etwa 10 Menschen begegnet. Was für ein Kontrast zum vollgestopften Pucon und den hunderten von Touristen, die täglich den Vulkan Villarrica besteigen.

Los Pozones sind natürliche Thermalbäder. Abkühlen kann man sich im eiskalten Fluss, der neben den heissen Quellen vorbei fliesst

Los Pozones sind natürliche Thermalbäder. Abkühlen kann man sich im eiskalten Fluss, der neben den heissen Quellen vorbei fliesst

Die "Adventure-Town" Pucon mit dem Vulkan Villarrica im Hintergrund

Die "Adventure-Town" Pucon mit dem Vulkan Villarrica im Hintergrund

Rosa, die Mapuche Indianerin serviert uns in ihrer Ruka (traditionelle Hütte) Mate Tee

Rosa, die Mapuche Indianerin serviert uns in ihrer Ruka (traditionelle Hütte) Mate Tee

Auf unserer Wanderung kommen wir an den seltenen und nur in Chile vorkommenden Araucaria Bäumen vorbei

Auf unserer Wanderung kommen wir an den seltenen und nur in Chile vorkommenden Araucaria Bäumen vorbei

Im Cañi-Reservat geniessen wir die wunderschöne Aussicht auf den Vulkan Villarrica

Im Cañi-Reservat geniessen wir die wunderschöne Aussicht auf den Vulkan Villarrica

Vom Aussichtspunkt im Cañi-Reservat sehen wir 4 Vulkane. 2 davon sind Lanin und Quetrupillan

Vom Aussichtspunkt im Cañi-Reservat sehen wir 4 Vulkane. 2 davon sind Lanin und Quetrupillan



Einfaches Reisen in Chile

27 01 2011

Wir kommen flott voran in Chile. Das Reisen in diesem Land ist einfach, denn sie haben hier ein sehr gutes Busnetz. Wir gehen einfach an den Bus Terminal, suchen uns einen Anbieter der an den von uns gewünschten Ort fährt, lösen die Fahrkarte und los gehts. Die Busse fahren sehr regelmässig und wir warteten bisher nie länger als 1 Std. auf die nächste Verbindung. Sie sind ausserdem sehr pünktlich (das ist jetzt kein Witz!). Die Busse sind sehr modern, klimatisiert und  und man wählt zwischen normalem Sitz (hat immer noch genug Beinfreiheit für Jan!), Halb-Bett-Sitz oder Ganz-Bett-Sitz.  Da wir genug Zeit haben, um in den Süden zu reisen, legen wir nicht allzu lange Distanzen am Stück zurück.

Von Santiago sind wir zuerst nach Curico im Valle Central gefahren. Das Valle Central liegt südlich von Santiago und ist ein Landwirtschaftgebiet, wo Wein, Obst und Getreide produziert werden. Die Stadt Curico weist sehr viele Erdbebenschäden auf und ist wie alle Städte entlang der Panamericana kein Highlight. Dennoch trugen wir unsere Rucksäcke fast eine Stunde durchs Städtchen, bis wir in einem Hotel ein Zimmer fanden. Wir haben von Curico aus einen Ausflug zu ein paar Wasserfällen gemacht, wo wir total 5 Stunden Bus gefahren sind um dann in 20 Min. vom Parkeingang zu den Wasserfällen und zurück zu marschieren. Dumm nur, dass der erste Bus zurück erst in 4 Stunden fuhr…na ja, man kann nicht immer Glück haben. Der Tag war im wahrsten Sinn des Wortes verschissen, haben wir doch dem Receptionist geglaubt und unsere Wasserflaschen für die Tagestour im Hotel aufgefüllt. Leider produzierte das Leitungswasser bei uns Durchfall und wir mussten ein paar Mal in den Wald…

Von Curico fuhren wir nach Vilches Alto, ein abgelegenes Dorf, das nur über eine Schotterpiste erreichbar ist und in den Anden liegt. Hier fanden wir ein günstiges Refugio zum übernachten. Das Holzhaus erinnerte uns an eine Skihütte. Im angrenzenden Nationalpark machten wir am darauf folgenden Tag unser erstes Andentrekking. Wir waren 9 Stunden unterwegs und genossen wunderschöne Aussichten auf Vulkane und Bergseen und haben dabei etliche Höhenmeter zurück gelegt. Auch der König der Anden, der Condor, machte uns seine Aufwartung und kreiste majestätisch über unseren Köpfen!

Nun sind wir in Pucon, der Adventure-Stadt von Chile. Hier kommen die meisten Touristen hin um den 2800 m hohen Vulkan Villarrica zu besteigen. Man kann aber auch Riverrafting, Horsetrekking, Fallschirmspringen, etc. buchen. Wir wollten eigentlich den Vulkan besteigen, aber eine Tour ist sehr teuer und da jetzt Hochsaison ist, sind pro Tag rund 300 Personen am Berg. Richtige Massenabfertigung, die wir nicht brauchen…Im Preis inbegriffen ist auch die Ausrüstung. Es ist ja eigentlich eine Wanderung auf den Vulkan, aber die sehen ja aus wie Extrembergsteiger mit ihren dicken Jacken und Hosen. Wir beschränken uns also aufs Wandern und die Aussicht auf die Vulkane…

Und dann ist noch das Wetter in Chile zu erwähnen: Seit wir hier sind, haben wir nur Sonne und blauen Himmel gesehen. Es ist angenehm warm, zw. 25 und 30° C. So macht das Reisen wirklich Spass!

Die Erdbebenschäden in Curico sind noch überall sichtbar

Die Erdbebenschäden in Curico sind noch überall sichtbar

Die Wasserfälle Siete Tazas haben wir in 20 Min. gesehen. Die 5 Stunden im Bus waren doch etwas lang für diese Sehenswürdigkeit. Leider gabs keine weiteren Wanderwege im Park...

Die Wasserfälle Siete Tazas haben wir in 20 Min. gesehen. Die 5 Stunden im Bus waren doch etwas lang für diese Sehenswürdigkeit. Leider gabs keine weiteren Wanderwege im Park...

Unsere "Skihütte" in Vilches Alto. Das Dorf bestand nur aus ein paar Hütten, einem kleinen Laden und einer staubigen Strasse. Aber es war sehr friedlich und ruhig hier.

Unsere "Skihütte" in Vilches Alto. Das Dorf bestand nur aus ein paar Hütten, einem kleinen Laden und einer staubigen Strasse. Aber es war sehr friedlich und ruhig hier.

Fast wie in der Emme im Kemmeriboden gab es auch in Vilches Alto natürliche Pools. Das Wasser war aber extrem kalt, brrr...

Fast wie in der Emme im Kemmeriboden gab es auch in Vilches Alto natürliche Pools. Das Wasser war aber extrem kalt, brrr...

Eine 9-stündige Rundwanderung in den Anden mit Aussicht auf den Vulkan Descabezado

Eine 9-stündige Rundwanderung in den Anden mit Aussicht auf den Vulkan Descabezado

Auf dem 9-stündigen Andentrekking marschierten wir oft durch sehr karge Landschaft. Doch ab und zu behaupteten sich farbige Pflanzen in der Steinwüste.

Auf dem 9-stündigen Andentrekking marschierten wir oft durch sehr karge Landschaft. Doch ab und zu behaupteten sich farbige Pflanzen in der Steinwüste.

Den König der Anden sahen wir bereits auf unserer 1. Wanderung

Den König der Anden sahen wir bereits auf unserer 1. Wanderung



Erste Fotos aus Santiago de Chile

21 01 2011

Den Jetlag haben wir beide unterschiedlich bewältigt: Gisela mit lange schlafen, Jan mit wenig schlafen…

Bei wolkenlosem Wetter und über 30 Grad genossen wir heute einen Tag in Santiago de Chile. Wir sind zuerst in ein nationales Tourist Office gegangen, weil wir uns erhofften, dort Informationen zu unserer Reise in den Süden zu erhalten. Leider erwischten wir einen sehr arroganten Angestellten, der uns einfach mit den Prospekten ausstattete von denjenigen Orten, die wir planen zu besuchen. Er zeigte keine Eigeninitiative und gab uns keine Tipps. Im Gegenteil, er war froh, als wir mit unserer lästigen Fragerei fertig waren und wandte sich seinem Kaffee und PC zu, als wir noch vor ihm am Tisch sassen. Das ist beste Werbung für ein Land!! Nein, aber sonst sind die Chilenen sehr nett. In der Metro ist sofort jemand zur Stelle, wenn man verloren aussieht, in den Geschäften und Restaurants geben sie sich Mühe, langsam und klar zu sprechen, so dass wir sie auch verstehen. Mit dem Spanisch gehts ganz gut, Jans Privatstunden bei Eva haben wohl wirklich Früchte getragen, gracias hermana!

Nun zurück zu unseren Tagesaktivitäten: wir sind auf einen Hügel etwas ausserhalb des Stadtzentrums gewandert, von wo wir einen guten Ausblick auf die riesige Stadt und die dahinter liegenden Anden hatten. Am Mittag besuchten wir den nicht allzu grossen Mercado Central, wo frischer Fisch angeboten wird. In einem Restaurant haben wir frischen Fisch mit Reis gegessen. Auch heute ist uns aufgefallen, dass die Portionen hier sehr gross bemessen sind. Hungrig geht hier niemand vom Tisch!

Am Abend haben wir gleich um die Ecke von unserer Jugi ein lebhaftes Quartier mit vielen Bars und Restaurants entdeckt, das mehrheitlich von Einheimischen frequentiert war. Wir haben uns in einem Strassencafé eine Flasche einheimischen Weisswein (für ca. CHF 9.–!) zum Apéro gegönnt. Im angrenzenden Park hat eine Strassencombo Musik gemacht und die Leute haben spontan dazu getanzt. Ja, wir sind definitiv in Südamerika angekommen!

Morgen verlassen wir Santiago und machen uns auf den Weg in den Süden. Sind gespannt, wie das alles so abläuft mit Bussen und Unterkünften. Haben nichts gebucht und fahren einfach Mal los.

Aussicht auf Santiago

Aussicht auf Santiago

Plaza de Armas: Das Stadtzentrum wird von historischen und modernen Gebäuden dominiert. Die Kathedrale sieht gerade klein aus neben dem modernen Wolkenkratzer

Plaza de Armas: Das Stadtzentrum wird von historischen und modernen Gebäuden dominiert. Die Kathedrale sieht gerade klein aus neben dem modernen Wolkenkratzer

Auf dem Mercado Central wird frischer Fisch angeboten. Der Congrio (Art Kabeljau) den wir zum Mittag essen, schmeckt wunderbar und ist eine chilenische Spezialität

Auf dem Mercado Central wird frischer Fisch angeboten. Der Congrio (Art Kabeljau) den wir zum Mittag essen, schmeckt wunderbar und ist eine chilenische Spezialität



Bienvenido a Chile

20 01 2011

Hola! Nach einer langen Reise sind wir wohlbehalten in Santiago de Chile angekommen. Wir sind am 19.1. um 6 Uhr in Sydney aufgestanden und waren früh am Flughafen, damit ich für den langen Flug nach Südamerika unbedingt einen Exit-Seat ergattern kann. Qantas verkauft diese aber neuerdings für $ 160. Das wollte ich nicht bezahlen und wir bekamen wenigstens Sitze in der 1. Reihe, wo man auch genügend Platz bis zur Wand hat. Beim Boarding hat es bei uns dann einen Platzwechsel angezeigt. Die nette Dame am Check-in hatte wohl Mittleid mit mir und uns doch noch Exit-Seats ergattert und zwar kostenlos…

Nach einem 12 stündigen Flug landeten wir in Buenos Aires, wo es 10 Uhr morgens am 19.1. war. Es goss aus Kübeln und war sehr trüb. Der 2 stündige Weiterflug nach Santiago brachte uns aber an die Sonne: 33 Grad und blauer Himmel erwarteten uns in Santiago. Nachdem wir im Stadtzentrum unser Zimmer in der Jugendherberge bezogen hatten, machten wir einen Stadtbummel zum Tourist Office. Die Empfangsdame in der Jugi hat uns nämlich mit der Nachricht geschockt, dass alle Flüge und Strassenverbindungen in den Süden unterbrochen seien. Grund wusste sie aber nicht. Im Tourist Office gabs dann Entwarnung: offenbar waren die Verbindungen wegen einem Streik wirklich lahmgelegt, aber seit heute Morgen läufts wieder normal.

Der Kulturschock von Australien nach Südamerika blieb vorerst aus. Sie fahren hier in Santiago sehr angepasst, kein wildes Durcheinander auf den Strassen und die Stadt hat durch den frühen europäischen Einfluss ein entsprechend europäisches Aussehen.

So, nun sind wir 27 Stunden auf den Beinen. Ist Zeit fürs Bett. Senden euch allen sonnige Grüsse aus Chile, hasta luego!